Kreditkartenwechsel

Liebe Leser,

heute nur ein kurzer Beitrag und ein wenig Werbung;) Ich habe diese Woche meine Kreditkarte gewechselt. Bisher hatte ich meine Kreditkarte bei der Sparkasse, bin jetzt aber zu Barclaycard gewechselt. Die Konditionen im Vergleich:

 SparkasseBarclaycard
Typ:MastercardVisa
Jahresgebühr30€0€
Geld abheben (Euro)kostenpflichtigkostenlos
Startguthaben:0€25€

Ich spare mir durch den Wechsel also die 30€ Jahresgebühr und bekomme noch Startguthaben. Geldauszahlung im Euroraum ist auch noch kostenlos. Eine Zahlung in einer anderen Währung als € kostet 1.99% Gebühren extra. Ein Detail gibt es jedoch zu beachten: Standardmäßig wird monatlich nur ein Teil des offenen Betrags ausgeglichen. Der Rest verbleibt auf den Kreditkartenkonto als Schulden und wird hoch verzinst. Dies lässt sich jedoch durch einen kurzen Anruf ändern, sodass monatlich der gesamte offene Betrag ausgeglichen wird. Der Antrag kann online ausgefüllt werden und unterschrieben eingesendet werden. Die Identifikation kann in jeder Postfiliale oder online (per Webcam) erfolgen.

Falls euch das interessiert, so geht’s hier zum Angebot:

Zur Barclaycard New Visa (*)

 

Alles Gute und ein schönes Wochenende,

Hendrik


(*) Das ist ein Affiliate-Link. Ihr habt dadurch keinen Nachteil, aber ich bekomme eine kleine Provision, wenn ihr die Kreditkarte darüber abschließt. Diese Provision hilft der Finanzierung des Projektes.

Performance- und Preisindices

Liebe Leser,

heute möchte ich über das Thema Performance- und Preisindizes schreiben, welches eng mit dem Thema Dividenden verknüpft ist. Die Unterscheidung von beiden Typen ist aus meiner Sicht, insbesondere für ETF-Anleger, von großer Bedeutung.

Leiten wir das Thema mit dem Begriff Dividende ein. Diese ist ja, wie wir in einem früheren Beitrag gelernt haben (siehe Dividendenaristokraten), die Zahlung eines Unternehmens an seine Aktieninhaber. Ich habe mich mal gefragt: Wenn ein ETF einen bestimmten Aktienindex abbildet, was passiert eigentlich mit den Dividenden, welche der ETF durch den Besitz seiner Aktien erhält. Das Antwort ist: Kommt drauf an. Eine gute Nachricht zuerst: Die Dividenden verschwinden natürlich nicht. Vielmehr kommt es auf den Typ des Fonds an. Es gibt nämlich ausschüttende und thesauriedende Fonds. Bei ausschüttenden Fonds werden Dividenden und Zinsen an die Inhaber der Fonds ausgezahlt. Das passiert oft quartalsweise, manchmal auch halbjährlich oder jährlich. Sogenannte thesaurierende Fonds nehmen die Dividenden und Zinsen und kaufen dafür direkt wieder neue Anteile des Unternehmens. Die Zahlungen bleiben somit direkt im Fonds enthalten. Dadurch erhöht sich der Wert des Fonds um ebendiesen Betrag. Das sorgt nebenbei über die Zeit für einen nicht unerheblichen Zinseszins-Effekt.

Diese Unterscheidung führt uns nun zu Performance- und Preisindices. Ein Preisindex bildet neutral die Kursentwicklung eines Unternehmens, einer Anleihe etc. ab und berücksichtigt dabei weder Dividenden noch Zinsen. Der Performanceindex hingegen steigt bei Einkünften automatisch um diesen Betrag.

Beispiele: Der Deutsche Aktienindex DAX bildet die Wertentwicklung von 30 deutschen Unternehmen ab und ist ein Performanceindex. Der Amerikanische Dow Jones hingegen, welcher die 30 größten amerikanischen Unternehmen abbildet, ist ein Preisindex. Wird in den Medien über die Wertentwicklung berichtet, so werden hier eigentlich Äpfel mit Birnen verglichen und es ist Vorsicht geboten. In der Regel gibt es für jeden Index beide Varianten (also auch den DAX ohne Berücksichtigung von Dividenden und auch den Dow Jones mit Berücksichtigung von Dividenden), die bekannten Varianten unterscheiden sich aber.

Ich verwende in meinen Musterdepots gern ETFs auf den MSCI World Index. Diese sind bei mir sind in der Regel thesaurierend. Abgebildet wird dann genauer der MSCI World Total Return Index. Dabei deutet der Begriff Total Return darauf hin, dass es ein Performanceindex ist. Es gibt aber eben auch ETF auf den entsprechenden Preisindex. Generell lässt sich sagen, dass ausschüttende ETFs den Preisindex und thesaurierende ETFs den Performanceindex abbilden.

Auch dieser Beitrag soll nicht ohne ein Diagramm auskommen. Um den immensen Unterschied zwischen Kurs- und Preisindex zu verdeutlichen ist hier noch einmal der Kursverlauf des MSCI World Performance Index (blau) und des MSCI World Preisindex (rot) ab dem 01.01.2010 dargestellt:

Der Kursunterschied beläuft sich über die Jahre auf etwa 35%. Nicht zu vergessen ist jedoch, dass der Anleger in den ausschüttenden Fonds regelmäßige Zahlungen erhalten hat, die nun zu seiner freien Verfügung steht.

Fazit: Lest ihr in Zukunft einen Vergleich zwischen der Kursentwicklung z.B. von Aktienfonds oder bekannten Indices, so denkt immer genau darüber nach ob auch wirkich zwei äquivalente Produkte miteinander verglichen werden.

 

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Früher war alles besser

Liebe Leser,

die heutigen Sparer haben es schwer. Die Inflationsrate, also die durchschnittliche Teuerung, lag im Januar 2017 bei 1.9%, nach 1.7% im Dezember 2016. Die durchschnittliche Verzinsung, z.B. auf Tagesgeldkonten, liegt hingegen nur gerade noch über null. Ich habe einmal die jährlichen Inflationsraten und dagegen die durchschnittliche Verzinsung auf Tagesgeldkonten aus den Daten der Bundesbank herausgesucht und in einer Grafik dargestellt:


Im Grunde liegt also seit mindestens 2003, mit der Ausnahme von 2009, die Inflation über dem Durchschnittszins. Ganz besonders groß war die Differenz in 2011, nämlich bei etwa 1.5%. Sollte der aktuelle Trend sind fortsetzen, so wird es in diesem Jahr noch extremer. Jeder Sparer, der sein Geld auf einem Tagesgeldkonto parkt macht also de facto Verlust in Höhe der Differenz von Inflation und Tagesgeldzinssatz. Die Konsequenz ist ernüchternd, denn Spar- und Tagesgeldkonten gehören zu den quasi risikofreien Anlagemöglichkeiten.

Die klassischen Geldanlagen in der Generation meiner Eltern – das Sparkonto und der Bausparvertrag – sind heute reine Verlustgeschäfte. Früher bekam man auf dem Sparkonto 4 oder teils sogar 5 Prozent Zinsen, das war sogar noch in den 90er Jahren so. Heute sind es auf meinem Tagesgeldkonto noch 0.05%. Viele Menschen halten, aber teils aus Unwissenheit, teils aus Unsicherheit oder Angst, immer noch an diesen Konzepten zur Geldanlage fest. Doch die Zeit, in der sich das Geld auf Tagesgeld- und Sparkonten munter vermehrt, ist leider vorbei. Meiner Meinung nach kommt sie auch nicht wieder, denn ich habe ehrliche Zweifel, dass der Leitzins nochmal deutlich über 2 Prozent steigt.

Fazit: Ohne Risiko ist leider keine Rendite mehr möglich. Selbst Werterhaltung des Geldes funktioniert nicht ohne ein gewisses Risiko.

Was mache ich: Man sollte immer einen gewissen Notgroschen zur Hand haben. Ich halte daher auf einem Tagesgeldkonto circa zwei Monatsgehälter vor. Darüber hinaus lege ich mein Geld in gemischten und breit gestreuten ETFs an. Ein Teil der Anlage liegt in einem ETF auf europäische Staatsanleihen und dient als sicherer wenig schwankender Anteil. Der andere Teil meiner Anlage steckt in einem ETF auf den MSCI World und damit in mehr als 1600 Unternehmen weltweit. Dieser Teil der Geldanlage sorgt langfristig für die Rendite, schwankt aber mitunter sehr starkt. Durch die breite Streuung wird das Risiko gemindert. In meinen Musterdepots stelle ich Einmalanlagen und Sparpläne vor. Zusätzlich möchte auf auf meine Artikel zu ETF Musterdepot und zu ETF-Sparplan hinweisen.

 

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

ETF-Sparplan mit Musterdepot

Liebe Leser,

wir haben in früheren Beiträgen bereits ETF’s als kostengünstiges Investment kennen gelernt. Ebenfalls haben wir gesehen, dass Depots, welche eine Mischung aus einem ETF auf den MSCI World und einem ETF auf europäische Staatsanleihen beinhalten, eine einfache Möglichkeit sind langfristig und breit gestreut Geld anzulegen.

Einschub: Hier geht’s zum Einstiegsbeitrag über ETFs und hier findet ihr meinen Beitrag zur ETF-Geldanlage.

Mit meinem heutigen Beitrag möchte ich dieses Thema mit regelmäßigem sparen verknüpfen, denn viele Banken, insbesondere Direktbanken, bieten sogenannte Sparpläne auf verschiedene Produkte an. Bei einem Sparplan wird monatlich (wahlweise oft auch viertel- oder halbjährlich) ein bestimmter Betrag vom Konto abgebucht. Mit diesem Geld werden dann Fonds oder Aktien gekauft. Das Besondere dabei ist, dass keine ganzen Stückzahlen gekauft werden müssen, sondern auch z.B. 1.34928 Anteile von einem Fonds möglich sind. Viele Banken bieten auch Produkte ohne Gebühren an, sodass dann garantiert die gesamte Summe investiert wird. Zusätzlich lassen sich Sparpläne oft schon ab monatlichen Raten von 25€ abschließen und sind somit auch für den kleinen Geldbeutel attraktiv. Interessant an Sparplänen ist auch, dass fallende Kurse in sofern interessant sind, als dass dann eben mehr Anteile für den gleichen Betrag gekauft werden können.

Analog zu unseren ETF-Musterdepots möchte ich nun Sparplan-Musterdepots vorstellen – ein offensives, ein ausgewogenes und ein defensives Depot. Der Aktienanteil, wird durch einen ETF auf den MSCI World wiedergegeben und bietet höhere Renditechancen. Die zweite Komponente stellt ein ETF auf europäische Staatsanleihen und bildet eine weniger schwankende Komponente mit begrenzten Renditechancen. Hier nochmal der Überblick über beide Produkte:

KomponenteAnbieterISINGebühr p.a.Perf. 2016Perf. 2015Perf. 2014Perf. 2013Perf. 2012
MSCI WorldComstageLU03924945620.20%+10,82%+10,53%+19,69%+22,64% +12,13%
db x-trackersLU02742086920.45%+10,44%+10,70%+20,02%+21,49%+12,62%
Staatsanleihen EuroComstageLU04446056450.12%+3,20%+1,23%+11,94% +2,57% +11,01%
db x-trackersLU02903557170.15%+3,35%+1,48%+12,89%+2,06%+10,83%

Zu beiden ETFs habe ich exemplarisch das Comstage und das db x-trackers Produkt aufgelistet. Jedoch gibt es hier auch analoge ETFs weiterer Anbieter.

Für das Sparplan Musterdepot nehmen wir nun an, dass wir ab dem 01.01.2012 monatlich jeweils 100€ eingezahlt haben. Je nach Depotvariante gehen davon 75€ in den ETF auf den MSCI World und 25€ in den ETF auf europäische Staatsanleihen (offensiv), 50€ in jedes der Produkte (ausgewogen) oder 25€ in den MSCI World und 75€ in den Rentenfonds (defensiv).

Hier die drei Varianten mit Performance nach Jahr im Überblick. Insgesamt sind die Zahlen der Einmalanlage recht ähnlich.

DepotvarianteAnteil MSCI WorldAnteil Staats- anleihen EuroStand (04.02.2017)Perf. 2016Perf. 2015Perf. 2014Perf. 2013Perf. 2012
Offensiv75%25% 8.240,72€+9,79%+7,90%+18,58%+15,59%+7,64%
Ausgewogen50%50%7.749,52€+7,69%+5,83%+16,39%+11,09%+8,54%
Defensiv25%75%7.258,31€+5,39%+3,61%+14,08%+6,63%+9,44%

Zur besseren Übersicht habe ich die Performanceentwicklung noch einmal in einer Grafik visualisiert:


Neben der relativen Renditeentwicklung interessiert uns natürlich auch die absolute Wertentwicklung der Depots:

Wir sehen zu Beginn sehr genau die monatlichen Einzahlungen von 100€ und die daraus resultierenden Treppenstufen. Doch warum sind zu Beginn die Treppenstufen klar sichtbar und später nicht mehr? Das hat den einfachen Grund, dass die Anlagesumme viel höher ist. Sinkt zum Beispiel eine Anlage von 500€ um 2%, so geht es 10€ nach unten – das ist auf der Skala oben kaum sichtbar. Sinkt dagegen eine Anlage von 8.000€ um 2%, so geht es 160€ nach unten – das sieht man schon eher. Die höhere Rendite des ausgeglichenen und offensiven Depots (siehe oben) sieht man dann im Laufe der Zeit immer deutlicher. Trotz gleicher Einzahlungen erhöht sich der absolute Wert des Depots deutlich stärker.

Kommen wir zur Interpretation: Seit 2012 sind die Depots mit höheren Aktienquoten besser gelaufen. Es ist aber zu erwarten, dass diese Depots bei einem Kursrutsch an den Aktienmärkten auch deutlich stärker sinken. Wie viel Risiko man eingehen möchte ist eine persönliche Entscheidung. Jeder investierte Euro muss entbehrbar sein (zumindest über einen Zeitraum von 10 – 15 Jahren). Auch können herbe Verluste eintreten – sogar ein Totalverlust ist (zwar extrem unwahrscheinlich, aber ) möglich. Wer kein Risiko eingehen möchte, der setzt besser auf Tagesgeld oder Festgeld. Diese Sicherheit kostet jedoch massiv Rendite. Das ist eine komplexe Entscheidung.

Für den Nachbau des Musterdepots benötigt ihr zunächst ein Wertpapierdepot. Ich rate zu Onlineanbietern, da sie deutlich bessere Konditionen haben, als Hausbanken. Ich bin zum Beispiel bei der Consorsbank, dort sind Sparpläne ab 25€ möglich und es gibt für Sonderaktionen für Comstage Produkte.

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Dividendenaristokraten

Liebe Leser,

ich habe in letzter Zeit häufiger über sogenannte Dividendenaristokraten gelesen. Das sind Unternehmen, die über viele Jahre hinweg zumindest eine konstante Dividende zahlen oder sogar diese sogar steigern konnten.

Beginnen wir mit der Begriffsdefinition: Eine Dividende ist die Zahlung eines Unternehmens an seine Aktieninhaber. Typischerweise wird von dem Unternehmen ein Teil des Gewinns ausgezahlt. Es besteht aber keine Verpflichtung zur Auszahlung einer Dividende. Auf der anderen Seite können aber einflussreiche Anteilseigner (z.B. Pensionsfonds) auf eine Dividende in bestimmter Höhe drängen. Weiter muss eine Dividende auch nicht aus einem Gewinn bestehen, das Unternehmen kann auch einen Teil seiner Reserven auszahlen. Dividenden werden typischerweise jährlich ausgezahlt.

Die Strategie auf Dividendenaristokraten zu setzen klingt einleuchtend. Es ist zu erwarten, dass ein Unternehmen, welches über Jahre hinweg einen Teil seiner Gewinne ausschüttet, wirtschaftlich in einer guten Position ist. Die Aktie ist zusätzlich attraktiv, weil der Aktieninhaber durch die Dividende regelmäßig eine Art Zins bekommt und nicht nur über Wertsteigerungen von seinen Aktien profitieren kann.

Um die Dividendenstrategie auf Herz und Nieren zu prüfen habe ich ein paar Vergleiche angestellt. Beginnen möchte ich mit einer globalen Ausrichtung. Dafür nehme ich als Vertreter der Dividendenstrategie den Fonds iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF. Dieser enthält Unternehmen aus Nordamerika, Europa und dem Asien/Pazifik-Raum und setzt auf 100 Aktien mit hohen Dividendenrenditen. Auf Seiten der klassischen Anlage möchte ich den ComStage MSCI World TRN UCITS ETF gegenüberstellen, welcher die Wertentwicklung von mehr als 1600 Unternehmen aus 23 Ländern abbildet. Dieser Fonds bildet Wertentwicklungen von Unternehmen ab, egal ob oder wie hoch eine Dividende ausgezahlt wird. Zahlt ein Unternehmen im Fonds eine Dividende aus, so wird diese wiederangelegt.

Für die folgende Simulation habe ich zum 01.01.2010 jeweils 1000 virtuelle Euro in den Fonds investiert. Alle Ausschüttungen des Dividenenfonds wurden reinvestiert (hier habe ich keine Kosten angesetzt und damit günstig für den Dividendenfonds gerechnet). Die Wertentwicklung beider Produkte in der Übersicht:

Wir sehen jetzt eine etwas unklare Entwicklung. In den Jahren 2010 bis Anfang 2013 hatte der Dividendenfonds die Nase vorn. In den Jahren 2013 und 2014 waren beide Fonds gleichauf. Danach hat sich der Fonds auf den MSCI World aber deutlich besser entwickelt und ist nun bereits über 30% über dem Dividendenprodukt, wobei sich beide Fonds sehr gut entwickelt haben.

Mögliche Erklärungen, dass hohe Dividendenzahlungen vielleicht nicht ein Indikator für gute Aktien sein müssen könnte folgende Interpretation sein: Finanzielle Mittel, die ein Unternehmen an seine Eigner auszahlt können nicht für Übernahmen oder Forschung/Entwicklung eingesetzt werden. Somit könnte man auch argumentieren, dass sich ein Unternehmen durch eine Dividende auf lange Sicht eher schwächt.

Fazit: Dividendenaristokraten sind durch ihre Regelmäßigen Auszahlungen attraktiv, denn der Anleger bekommt eine Art Zins ausgezahlt. Auf lange Sicht scheint die Dividendenstrategie aber nicht vorteilhaft zu sein. Ich werde in diesem Segment nicht investieren und würde insgesamt raten, allenfalls einen Teil seiner Gelder dort zu investieren. Ganz und gar abraten möchte ich von Depots, die auf wenige (unter 10) Einzelaktien (sogar vielleicht nur aus Deutschland) setzen. Hierdurch ist man zu wenig diversifiziert und z.B. beim Ausfall von einem Investment direkt massiv geschädigt.

Was denkt ihr zu Dividendenaristokraten? Schreibt gern einen Kommentar!

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Zeit für den Vertrags- und Versicherungscheck

Liebe Leser,

das neue Jahr ist nun schon knapp vier Wochen alt. Für mich ist das  immer eine gute Gelegenheit meine Verträge, Versicherungen und Abos einmal alle auf den Prüfstand zu stellen. Prinzipiell weiß man natürlich was alles abgeschlossen ist, aber ich finde es hilfreich eine Excel-Tabelle (oder klassisch auf Papier;) ) zu erstellen. Dort trage ich ein: Art des Produkts (z.B. Autoversicherung), Anbieter, Anschrift, Kundennummer, Vertragslaufzeit, Status, monatliche Kosten. Das hilft schon einen Überblick zu kommen. Dann überlege ich bei jedem Vertrag/Versicherung/Abo: Brauche ich das überhaupt? Falls ja, gibt es vielleicht eine günstigere Alternative? Diese Fragen lassen sich natürlich nicht pauschal beantworten, deshalb möchte ich auf ein paar Punkte im Detail eingehen.

  • Stromanbieter: Hier lässt sich einfach und unkompliziert Geld sparen. Meinen Vertrag kündige ich einfach alle 12 Monate (z.B. über Aboalarm) und suche mir über Vergleichsportale wie Verivox oder Check24 einen neuen Anbieter. Hier suche ich mir nicht unbedingt den allergünstigsten Anbieter aus, sondern beziehe auch Kundenbewertungen und Bekanntheit des Unternehmens in meine Wahl mit ein. Den gesamten Wechsel übernimmt mein neuer Anbieter, ich muss lediglich zum Vertragsende meinen Zählenstand auf eine Postkarte schreiben und einschicken. Ich spare so locker 200€ im Jahr!
  • Internet/Telefon: Hier kündige ich grundsätzlich meinen Vertrag, nachdem er aktiv ist. Ich habe bei uns in Münster die Wahl zwischen Kabelinternet und „normalem“ über’s Telefonkabel und somit die freie Wahl zwischen allen Anbietern. Ich hatte mir eigentlich schon einen neuen Anbieter ausgesucht, jedoch rief mich kurz vor dem letzten Vertragsende im November mein Altanbieter an und bot mir die Bedingungen eines Neuvertrags an, wenn ich meinen Vertrag verlängere. Das hätte ohne laufende Kündigung sicher nicht getan. Außerdem: Eine Kündigung lässt sich jederzeit zurückziehen. Der Anbieter beschwert sich darüber bestimmt nicht.
  • Handyvertrag: Hier kündige ich ebenfalls immer direkt zu Vertragsende und wechsel den Anbieter. Ich bin im letzten Herbst zur Telekom gewechselt, aber habe mir vorher die Gesamtkostenrechnung bei Mydealz angesehen. Fleißige User rechnen dort, wie teuer ein Vertrag wird wenn man alle Boni und Erträge durch den Verkauf der Hardware mit einbezieht. Ich habe daraufhin einen Vertrag mit Handy genommen und das Handy direkt verkauft, weil mein altes Gerät mit seinen zwei Jahren immer noch super funktioniert. Netto komme ich so auf etwas weniger als 10€ pro Monat.
  • Krankenversicherung: Auch bei der Krankenversicherung gibt es für mich beträchtliches Sparpotential. Ich bin gesetzlich versichert und kann daher frei zwischen den Krankenkassen wechseln. Die Leistungen überschneiden sich zu 95%. Ein Wechsel ist immer möglich wenn man wenigstens 18 Monate Mitglied ist, wenn entweder die Kasse ihren Zusatzbeitrag erhöht. Spar man so 0.5% vom Zusatzbeitrag, so entspricht das im Prinzip einer Lohnerhöhung in ähnlicher Höhe!
  • Sonstige Versicherungen: Meine sonstigen Versicherungen (z.B. Privathaftpflicht, Rechtschutz, Hausrat etc.) kann ich in der Regel jährlich kündigen. Ich erkundige dann immer, ob es eine günstigere Versicherung mit dem gleichen Schutz, oder vielleicht eine Tarif zu gleichen Konditionen aber mit besserem Schutz gibt. Auch gilt es zu bedenken, dass Paare, die unter einem Dach leben, in der Regel nur eine der genannten Versicherungen benötigen.
  • Zeitschriftenabos: Bei Zeitungs- und Zeitschriftenabos stelle ich mir beim Check immer die ehrliche Frage: Liest du das auch regelmäßig? Oft muss ich nein sagen, denn mir fehlt die Zeit dazu. Deshalb reicht es oft aus, wenn man sich das Heft dann und wann mal beim Kiosk kauft.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar sinnvolle Anregungen geben.

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

ETF Musterdepot – Geld anlegen leicht gemacht

Liebe Leser,

in meinem heutigen Beitrag möchte ich anhand von ETF Musterdepots zeigen, wie man mittels Indexfonds einfach und trotzdem breit gestreut anlegen kann. In früheren Beiträgen habe ich bereits über kostengünstige Geldanlage mit ETFs berichtet (siehe Geld anlegen mit ETFs). Diese Fonds werden nicht aktiv verwaltet, sondern bilden einen bestimmen Index ab, zum Beispiel den MSCI World. Dieser Index spiegelt die Wertentwicklung der 1600 Unternehmen mit dem größten Börsenwert und bildet somit ca 85% des weltweiten Aktienmarktes von Unternehmen ab. Einfach diesen Index abzubilden klingt verblüffend einfach, jedoch schlagen ETFs die meisten aktiv verwalteten Fonds in ihrem Sektor. Das liegt zum Beispiel  daran, dass sie in der Regel eine Verwaltungsgebühr von deutlich unter 1% nehmen. Aktive verwaltete Fonds nehmen da schon gern 2% – 3%, das muss der Fondsmanager erstmal zusätzlich rausholen.

Ich möchte in diesem Beitrag drei Musterdepots behandeln. Ein offensives, ein ausgewogenes und ein defensives Depot. Alle drei Varianten bestehen aus einem Aktienanteil, welcher durch einen ETF auf den MSCI World wiedergegeben wird. Dieser Anteil hat eine hohe Volatilität (Schwankung, siehe Beitrag), jedoch auch große Renditechancen. Der zweite Anteil besteht aus einem ETF auf europäische Staatsanleihen und bildet eine weniger schwankende Komponente mit begrenzten Renditechancen.

Beginnen wir mit den beiden ETFs:

KomponenteAnbieterISINGebühr p.a.Perf. 2016Perf. 2015Perf. 2014Perf. 2013Perf. 2012
MSCI WorldComstageLU03924945620.20%+10,82%+10,53%+19,69%+22,64% +12,13%
db x-trackersLU02742086920.45%+10,44%+10,70%+20,02%+21,49%+12,62%
Staatsanleihen EuroComstageLU04446056450.12%+3,20%+1,23%+11,94% +2,57% +11,01%
db x-trackersLU02903557170.15%+3,35%+1,48%+12,89%+2,06%+10,83%

Ich gebe für beide Komponenten zwei mögliche Alternativen an, jedoch gibt es auch noch weitere Anbieter mit ETFs auf ebendiese Indices. Der Anbieter steht für die Gesellschaft, die den Fonds verwaltet. Alle werden durch die BaFin überwacht und das Fondsvermögen ist bei allen Anbietern geschützt. Meine erste Wahl ist daher wegen der geringen Verwaltungsgebühr das Comstage Produkt. Zusätzlich gibt es momentan zahlreiche Sonderaktionen mit reduziertem Ausgabeaufschlag (z.B. bei der Consorsbank). Der Begriff ISIN wird im Stichwortlexikon erklärt.

Für die ETF-Musterdepots nehmen wir nun an, dass wir am 01.01.2012 einen Einmalbetrag von jeweils 10.000€ in die Depots investiert haben. Aufgabeaufschläge habe ich nicht einkalkuliert. Im offensiven Depot wird das Geld zu 75% in den MSCI World und zu 25% in Staatsanleihen investiert. Das defensive Depot hat eine Aufteilung von je 50% und das defensive Depot setzt lediglich auf 25% MSCI World und 75% Staatsanleihen. Es folgt die Übersicht über alle Depotvarianten und der Performance seit dem Start:

DepotvarianteAnteil MSCI WorldAnteil Staats- anleihen EuroStand (25.01.2017)Perf. 2016Perf. 2015Perf. 2014Perf. 2013Perf. 2012
Offensiv75%25% 18.152,66€+9,17%+8,88%+18,20%+16,67%+10,27%
Ausgewogen50%50%16.468,90€+7,51%+6,65%+16,30%+12,00%+10,60%
Defensiv25%75%14.785,14€+5,56%+4,14%+14,23%+7,16%+10,93%

Die Performance seit Start kann sich wirklich sehen lassen. Das offensive und ausgewogene Depot haben sich sichtbar besser entwickelt, als die defensive Variante. Es ist jedoch zu erwarten, dass es bei dem nächsten Kurssturz auf den Aktienmärkten entsprechend stärker bergab geht. Jeder muss hier seine persönliche Risikobereitschaft abschätzen und nur so viel Geld investieren wie er entbehren kann (zumindest über einen Zeitraum von 10 – 15 Jahren). Außerdem muss man sich darüber im Klaren sein, dass auch herbe Verluste eintreten können und zukünftige Gewinne keineswegs garantiert sind. Wer kein Risiko eingehen möchte, der setzt besser auf Tagesgeld oder Festgeld. Dieser Gewinn an Sicherheit kostet jedoch Rendite – keine leichte Entscheidung, ich weiß!

Was mache ich? Ich habe mich für die offensive Depotvariante entschieden. Neben den hier beschriebenen Einmalanlagen spare ich monatlich in ETFs auf den MSCI World und einen ETF auf Staatsanleihen Euro. Musterdepots mit Sparplänen stelle ich in einem späteren Beitrag vor.

Falls ihr das Musterdepot nachbauen wollt benötigt ihr zunächst ein Wertpapierdepot. Ich würde zu Onlineanbietern raten, da sie deutlich bessere Konditionen haben, als Hausbauen. Ich bin z.B. bei der Consorsbank. Über eure Bank könnt ihr dann einfach eine bestimmte Stückzahl der Fonds kaufen und in euer Depot legen lassen.

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Risikofaktoren und Risikokennzahlen von Investments

Liebe Leser,

ich möchte heute über Risikofaktoren und Risikokennzahlen, insbesondere bei Aktienfonds, berichten. Viele dieser Risikofaktoren lassen sich aber auch auf andere Investments übertragen. Zunächst möchte ich die Risiken grob in zwei Bereiche einteilen: allgemeine Risikofaktoren und Risikokennzahlen.

Beginnen wir mit den allgemeinen Risikofaktoren. Diese Faktoren sollte man immer im Hinterkopf haben, sie lassen sich in der Regel jedoch nicht konkret in Zahlen ausdrücken

  • Allgemeiner Konjunkturzyklus: Typischerweise befindet sich eine Wirtschaft in einer der vier Phasen Aufschwung, Boom, Rezession oder Depression. Jede dieser Phasen dauert einige Jahre und sie alle wirken sich auf die Kursentwicklung aus.
  • Währungsrisiko: Ist ein Aktienfonds z.B. in US-Dollar, Schweizer Franken oder Englischen Pfund notiert, so ist der Wechselkurs zwischen dem Euro und der jeweiligen Währung ein Risikofaktor. Eine Anlage kann dabei durch Schwankungen der Wechselkurse sowohl steigen, als auch fallen. Über diesen Risikofaktor sollten sich Anleger immer bewusst sein, wenn sie Produkte einer anderen Währung als Euro kaufen.
  • Politisches Risiko: Eng verwandt mit dem Währungsrisiko ist das politische Risiko. Insbesondere in unsicheren Ländern droht durch direkte Faktoren wie Enteignung oder Verstaatlichung und indirekte- wie das Nichtbegleichen von Staatsschulden oder der aktiven Beeinflussung von Wechselkursen ein nicht unerhebliches Risiko.
  • Ausfallrisiko: Prinzipiell besteht bei Aktienfonds oder ETFs auch die Möglichkeit, dass die Muttergesellschaft insolvent wird. Jedoch gibt es für in Deutschland offiziell gehandelte Produkte strenge Vorschriften zur Einlagensicherung, auf deren Einhaltung die BaFin penibel achtet. So müssen die Einlagen der Anleger getrennt von dem Firmenvermögen gehalten werden und sind so auf bei Insolvenz geschützt.

Neben den obigen Faktoren lassen sich für viele (Aktien)fonds, ETF’S, Einzelaktien und viele weitere Proodukte auch konkrete Zahlen berechnen, sogenannte Risikokennzahlen. Mit Hilfe dieser Kennzahlen lassen sich verschiedene Titel objektiv vergleichen. Trotzdem bitte ich um Vorsicht, denn eine niedrige Risikokennzahl ist keine Garantie für ein sicheres Investment. Auf die genaue Berechnung der einzelnen Kennzahlen werde ich in zukünftigen Beiträgen eingehen.

  • Volatilität: Die Volatilität misst, wie stark ein Produkt um seinen durchschnittlichen Wert schwankt. Genauer wird die Standardabweichung, also die durchschnittliche quadratische Abweichung vom Mittelwert, berechnet. Diese Größe bezieht sich immer auf einen bestimmten Zeitraum. Kritisch zu sehen ist, dass die Volatilität steigende und fallende Kurse gleichermaßen bestraft.
  • Maximum Drawdown: Dieser Risikofaktor basiert auf historischen Kursdaten und gibt den maximalen Verlust wieder, den ein Anleger mit seiner Anlage hätte haben können. Heraus kommt ein maximal möglicher Verlust in Prozent. Auch hier ist Vorsicht geboten, denn zum Einen werden für die Berechnung manchmal nur Daten den letzten X Jahren genutzt und zum anderen sagt ein bestimmter maximaler Verlust in der Vergangenheit nichts über einen möglichen zukünftigen Verlust aus.
  • Value at Risk: Das „Wert im Risiko“-Maß nutzt historische Daten, um eine Wahrscheinlichkeit anzugeben mit der ein bestimmter maximaler Verlust eintreten wird. Ein Value at Risk besteht immer aus einem Betrag, einem Zeitraum und einer Wahrscheinlichkeit. Wird für eine Anlage X ein Betrag von 100€ über 10 Tage bei 99% angegeben, so wird der Verlust für die nächsten 10 Tage mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% den Betrag von 100€ nicht überschreiten (immer in Bezug auf historische Daten).
  • Sharpe-Ratio: Ebenfalls auf historischen Daten basiert diese Kennzahl. Sie vergleicht die Rendite eines Produktes mit einem sicheren Investment und gibt dann die erzielte zusätzliche Rendite im Verhältnis zum Risiko wieder. Je höher der Wert, desto besser ist das Verhältnis von Rendite zu Risiko.
  • Alpha: Im Vergleich zum Sharpe-Ratio vergleicht der Alpha-Faktor ein Anlageprodukt mit einem möglichst ähnlichen Vergleichsindex oder anderen Investment. Der Alpha-Wert gibt dann an, ob eine zusätzliche Rendite erzielt wurde (Alpha > 0). Trotzdem sollte man sich immer informieren, welcher Titel oder Index als Vergleich herangezogen wurde, denn sonst bietet dieser Wert keinen hilfreichen Vergleich.
  • Beta:  Diese Kennzahl vergleicht ein Produkt mit einem zugrunde liegenden Index. Ein Wert über 1 heißt, dass die Anlange stärker schwankt als der Durchschnitt und bei einem Wert kleiner 1 weniger stark. Ein negativer Beta-Wert bedeutet, dass sich der Titel invers zum Index verhält.

Ich hoffe, ihr habt damit einen kleinen Überblick über mögliche Risikofaktoren und Risikokennzahlen bekommen. Über Kommentare und Ergänzungen freue ich mich sehr!

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Dispokredit – Zinsberechnung

Liebe Leser,

heute geht es um den Dispokredit. Bei vielen von euch hatte der Kontostand auf dem Girokonto sicher schon mal ein Minus davor. Manchmal muss vielleicht die Miete etwas früher gezahlt werden, als das Gehalt für den nächsten Monat reinkommt oder mitten im Monat kommt eine unerwartete Abbuchung. Nun ist die Hausbank in der Regel großzügig und gewährt diese Überziehung problemlos. Man nennt dies „Dispokredit“ oder „geduldete Kontoüberziehung“.

Ich habe mich gestern gefragt: was kostet der Spaß eigentlich? Ein Blick auf meine Kontoinformationen sagt „SollzinssatzZinssatz p. a. 10,404 %„. Soll heißen, dass es mich 10,40€ kostet wenn ich das ganze Jahr über mit 100€ im Minus bin. Das ist aber fern der Praxis, denn (zumindest) ich bin nur dann und wann mal ein paar Tage im Minus. Konstruieren wir uns mal einen Beispielmonat:

Beispiel:

Tag 1 – 3: Kontostand 1000€

Tag 4 – 17: Kontostand 500€

Tag 18 – 27: Kontostand 200€

Tag 28 – 30: Kontostand -1000€

Ich bin also 3 Tage im Monat im Minus, aber die restlichen im Plus. Der durchschnittliche Guthabenstand liegt sogar bei +300€. Ginge man danach, so müsste ich gar nichts zahlen. Leider rechnen Banken die Dispozinsen taggenau ab. Das heißt, ich zahle für jeden Tag 1/360 * 10,404% an Zinsen. Das macht für Tag 28 – 30 jeweils etwa 0,29€ (1/360 * 0,10404*1000€) an Zinskosten. Da der Guthabenzins bei 0% liegt, bekomme ich für alle anderen Tage nichts.

In der Summe zahle ich also circa 0,87€ an Zinsen, obwohl ich im Beispielmonat nur drei Tage im Minus bin und eigentlich ja sogar einen positiven Gesamtdurchschnitt habe. Für die Bank ist das sicher eine gute Einnahmequelle.

Mein Tipp: Nutzt euren Dispokredit lieber nicht, denn schon kurze Überziehungen sind teuer. Ich werde zukünftig versuchen negative Kontostände sofort auszugleichen, indem ich direkt Geld von meinem Tagesgeldkonto transferiere.

Nachrechnen: Wer selbst nachrechnen möchte findet hier meine Excelltabelle

Weitere Informationen: Hier noch ein Artikel zur deutschen Zinsberechnungsmethode bei Wikipedia, denn bei der Zinsberechnung geht man von 360 Tagen im Jahr aus: Zinsberechnungsmethode

 

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

Geld anlegen mit ETFs

Liebe Leser,

die Deutschen sind Weltmeister im sparen, aber schneiden bei der Geldanlage ziemlich schlecht ab. Das stellen Untersuchungen regelmäßig fest (siehe z.B. Welt Artikel). Grund dafür ist in der Regel die mangelnde Risikobereitschaft bei der Geldanlage, frei nach dem Motto: Lieber gar keine Zinsen bekommen, als Geld verlieren. Doch beim „Geld verlieren“ kommt es auf die Betrachtungsweise an:

Halten wir zunächst fest, dass Aktienmärkte schwanken. Das ist völlig normal. Die Aktien eines Unternehmens können innerhalb weniger Tage einen Großteil ihres Wertes verlieren oder das Unternehmen ist bankrott und die Aktien quasi wertlos. Deshalb meine erste Grundregel: Ich verteile mein Geld immer auf möglichst viele verschiedene Titel. Eine bequeme Möglichkeit sind Aktienfonds. Sie verteilen ihr Geld auf hunderte oder manchmal sogar tausende Unternehmen. Somit wird das Risiko gestreut und die Wertentwicklung eines Einzelunternehmens wirkt sich kaum aus.

Problematisch bei sogenannten aktiven Aktienfonds ist, dass dort ein Manager sitzt und entscheidet wann welcher Titel gekauft wird. Dazu mag der Entscheider viele verschiedene Kriterien nutzen, letztlich versucht er aber die Zukunft vorherzusagen und das ist bekanntlich eher schwierig. Für diese aktive Verwaltung wird dann in der Regel eine Gebühr fällig, die nicht selten 2 – 3 % pro Jahr beträgt.

Sogenannte Indexfonds oder ETFs (Link zu Wikipedia) verfolgen ein anderes Konzept. Sie bilden lediglich einen Index (wie z.B. den DAX oder den Dow Jones) ab und fallen oder steigen wenn der Index fällt oder steigt. Letztlich läuft im Hintergrund einfach eine Software. Die Kostenstruktur ist deutlich attraktiver. Nur wenige ETFs nehmen mehr als 1% Gebühren, einige kommen sogar mit 0.15% im Jahr klar. Damit der aktiv gemanagte Fonds den ETF schlägt, muss er besser abschneiden als der Index und zusätzlich seine jährlichen Gebühren erwirtschaften. Das gelingt kaum einem aktiven Fondsmanager, wie z.B. Stiftung Warentest (Link zum Artikel) oder Morningstar (Link zum Artikel) zeigen. So sind gerade einmal 5% der aktiven Fonds im Stande langfristig den Vergleichsindex zu schlagen, und wer weiß schon ob er gerade einen dieser Fonds im Depot hat.

Für Anleger die ihr Vermögen auf möglichst viele Unternehmen verteilen wollen und gleichzeitig nur geringe Gebühren zahlen möchten empfiehlt sich ein ETF auf den MSCI World. Dieser Index bildet mehr als 1600 Unternehmen aus 23 Ländern ab.

Zu den Zahlen: Zwischen den Jahren 1970 und 2016 bekamen Anleger eine jährliche Rendite von durchschnittlich 7%. Wichtig hierbei ist aber, dass es sich um Durchschnittswerte handelt! Die Anlage in den MSCI World ist langfristig, also sollte man sein Geld durchaus 10 Jahre entbehren können. Auf Sicht von 15 Jahren hat man, egal wann man ein oder ausgestiegen ist, niemals einen Verlust gemacht. Auf kurze Sicht kann man auch mit Indexfonds Geld verlieren, aber auf lange Sicht haben sie eine sehr gute Perspektive. Finanztip bietet für Interessierte Anleger einen detailierten Artikel mit vielen weiteren Informationen an.

Was mache ich: Ich lege einen Teil meines Geldes im Comstage MSCI World (Link zu Finanzen.net) an. Die Verwaltungsgebühren liegen bei günstigen 0.2% jährlich. Dabei zahle ich jeden Monat einen festen Betrag in einen Sparplan ein. Für diesen Betrag kauft dann meine Bank (die Consorsbank) Anteile an dem Fonds (das sind in der Regel ungerade Zahlen, also z.B. 0,93473 Anteile). Schön ist, dass die Consorsbank aktuell keine Kaufgebühren für Comstage Produkte nimmt und auch das Depot kostenlos ist. Es bleibt also bei 0.2% Gebühren jährlich. Ich möchte nochmal unterstreichen, dass dieses Geld für mich langfristig entbehrlich ist und als private Altersvorsorge dienen soll. Wenn alles glatt läuft, dann hat der MSCI World also wenigstens 30 Jahre Zeit eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften. Wer in zwei Jahren ein Auto kaufen möchte, der ist mit diesem Produkt definitiv falsch beraten.

 

Alles Gute weiterhin,

Hendrik

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